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Wald

Zurück zu Deinen Wurzeln

Autorenbild: Melanie Beyeler
Melanie Beyeler
13. Sept.
3 Min. Lesezeit

Eine Blogserie über Muster, Familie, Loyalität und den eigenen Weg


Teil 1: Warum wiederholen sich bestimmte Muster in meinem Leben?


Kennst du das?

Du nimmst dir vor, dieses Mal wird es anders. Du möchtest dich nicht wieder so sehr anpassen. Du möchtest früher sagen, was du brauchst. Du möchtest nicht wieder bei einem Menschen landen, der dir nicht guttut.


Und dann passiert es doch wieder.

Vielleicht nicht genau gleich. Aber irgendwie vertraut.

Du gerätst immer wieder in ähnliche Beziehungssituationen. Übernimmst zu viel Verantwortung. Sagst Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst. Oder du hast das Gefühl, dich ständig um andere kümmern zu müssen.


Irgendwann fragst du dich vielleicht: Warum mache ich das eigentlich immer wieder?

Die einfache Antwort wäre: „Weil du es so gewohnt bist.“

Aber ganz so einfach ist es nicht.


Wir lernen früh, wie Beziehung funktioniert

Als Kinder beobachten wir unsere Familie. Wir erleben, wie miteinander gesprochen wird. Wie mit Konflikten umgegangen wird. Wer sich um wen kümmert. Wer stark sein muss. Wer eher still bleibt. Wie Beziehung, Familie und Liebe aussieht...


Vieles davon geschieht, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken.

Ein Kind kann zum Beispiel erleben, dass die Mutter ständig für alle da ist und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellt. Vielleicht übernimmt die Tochter später ganz selbstverständlich dieselbe Rolle.


Nicht, weil sie sich eines Tages bewusst dafür entschieden hat.

Sondern weil es sich vertraut anfühlt.

Das Vertraute fühlt sich für uns oft sicherer an als das Unbekannte.


Manchmal leben wir ein Muster, das gar nicht unseres ist

Vielleicht kennst du den Satz:

„Bei uns in der Familie waren alle immer stark.“

Oder:

„Wir haben gelernt, Probleme mit uns selbst auszumachen.“

Oder:

„Man hilft der Familie. Egal, was ist.“


Solche Sätze können tief in uns wirken.

Und manchmal merken wir erst Jahre später, dass wir nach Regeln leben, die wir nie selbst aufgestellt haben.


Das bedeutet nicht, dass unsere Eltern etwas falsch gemacht haben. Sie haben wiederum aus ihrer eigenen Geschichte heraus gehandelt.

Auch sie haben gelernt, wie das Leben funktioniert.


Der erste Schritt ist nicht, alles verändern zu wollen

Wenn du ein Muster bei dir erkennst, musst du es nicht sofort loswerden.

Du kannst erst einmal neugierig werden.

Wann taucht es auf?

Was löst es aus?

Wie fühlst du dich dann?


Und vor allem:

Kommt dieses Verhalten wirklich aus mir selbst heraus – oder fühlt es sich einfach nur vertraut an?


Diese Fragen können viel verändern.

Denn sobald wir etwas bewusst wahrnehmen, haben wir eine Wahl.


Vielleicht möchtest du beim nächsten Mal nicht sofort helfen.

Vielleicht möchtest du sagen, dass dir etwas zu viel ist.

Vielleicht möchtest du in einer Beziehung nicht mehr um jeden Preis Harmonie herstellen.


Das kann sich am Anfang ungewohnt anfühlen.

Und genau das ist völlig normal.


Hinter einem Muster steckt oft eine Geschichte

Manchmal reicht es, das eigene Verhalten genauer anzuschauen.

Manchmal führt der Weg aber weiter zurück.


In die eigene Kindheit. In die Beziehung zu den Eltern. Oder sogar in Geschichten der Familie, die schon lange vor unserer Geburt begonnen haben.


Darum geht es in den nächsten Beiträgen dieser Serie.


Wir schauen genauer hin: Was nehmen wir aus unserer Familie mit? Welche Rollen übernehmen wir? Was hat Loyalität damit zu tun? Und wie können wir irgendwann unterscheiden, was wirklich zu uns gehört und was wir vielleicht nur getragen haben?


Wenn wir es nur getragen haben, wie legen wir es ab oder können wir es an seinen ursprünglichen Besitzer zurück geben?


Denn vielleicht bist du nicht „zu sensibel“, „zu kompliziert“ oder „einfach so“.


Vielleicht gibt es einen guten Grund dafür, dass Du heute so reagierst, wie du reagierst.


Und manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, uns dafür zu verurteilen.



 
 

©2026 Melanie Beyeler - Healing-Roots

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